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20.11.2019

Kommentar: Die Richter und der Macher  01.07.2019

Der Bundesgerichtshof hat vor kurzem ein bemerkenswertes Urteil gefällt. Danach ist es den deutschen Apotheken vor Ort zukünftig verboten, dem Patienten beim Bezug eines rezept­pflichtigen Arzneimittels auch nur ein winzig kleines Werbegeschenk im Wert von ein paar Cent zu überreichen.

 

Die Begründung der Bundesrichter: Auch wenn es nur um kleine Beträge gehe, Geschenke seien nach dem Gesetz verboten. So soll ein ruinöser Preiswettbewerb unter den Apotheken verhindert und eine flächendeckende und gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichergestellt werden.

 

Eigentlich wäre das die Aufgabe von Gesundheitsminister Jens Spahn, dem Macher. Aber der Macher macht nichts dergleichen. Im Gegenteil. Seine Weigerung, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten, gefährdet die flächendeckende Versorgung.

 

Alle 38 Stunden schließt eine Apotheke. Für immer.