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23.4.2019

Kommentar: Unter FreundenDonnerstag, 31. Oktober 2013


Rabattverträge treiben manchmal seltsame Blüten. Die DAK, eine der mitgliederstärksten deutschen Kassen, hat einen solchen Exklusivvertrag mit einer Firma namens Philmed abgeschlossen. Die liefert ein Inhalationsgerät innerhalb eines Tages zum Patienten direkt ins Haus. Allerdings nicht an Feiertagen oder am Wochenende, auch nicht nach 15 Uhr. Dann soll der Patient in die Apotheke gehen und ein Gerät leihen. Sagt die DAK. Nett von ihr, freut sich der Apotheker. Wenigstens als Ausputzer darf er dienen.Gleichzeitig muss die DAK aber auch etwas für ihren Rabattpartner tun. Das klappt am besten, indem man die Apotheke diffamiert. Und so teilt die DAK dem Kunden mit, die Apotheke habe nur gebrauchte Geräte, das aber sei unhygienisch. Wer solche Freunde hat, braucht sich vor seinen Feinden nicht zu fürchten.[mehr]

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Kommentar: Sparen birgt GefahrenDienstag, 01. Oktober 2013


Der frisch Operierte - zwei Bypässe - möchte sich aufrichten. Er liegt im Klinikum einer westdeutschen Großstadt. Das ist bekannt ob seiner guten operativen Leistungen. Weniger wegen erstklassiger Hygiene. Aber da steht das Klinikum nicht alleine da. Der Pfleger kommt. Er versteht den Kranken nicht, da er die deutsche Sprache nur bruchstückhaft beherrscht. Stattdessen geht er an die Überwachungsgeräte und tippt auf den Tasten herum. Der Patient ist verunsichert."Hoffentlich versteht der Pfleger mehr von der Technik als von der deutschen Sprache", denkt der Patient. Kein Einzelfall.[mehr]

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Kommentar: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"Sonntag, 01. September 2013


Walter Ulbricht, damals Vorsitzender des Staatsrates der DDR, hat diesen Satz im Juni 1961 in einer Pressekonferenz gesagt. Zwei Monate später stand die Mauer. Ulbrichts Worte haben sich im kollektiven Gedächtnis des deutschen Volkes eingenistet. "Wir planen keine Apothekenbusse". Jens Spahn (CDU), gesundheitspolitischer Sprecher der CDU, hat dies gesagt.Ein Dementi in der Politik entspricht nicht unbedingt dem, was in Wirklichkeit geplant ist und eines Tages auch umgesetzt wird.[mehr]

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Kommentar: UnverzichtbarDonnerstag, 01. August 2013


Die GKV hat Forderungen an die EU-Kommission gestellt. Für "unverzichtbar" hält sie die rechtssichere Ausgestaltung der Kompetenz der Mitgliedstaaten für die Organisation und Finanzierung ihrer Sozial- und Gesundheitssysteme. Dazu gehöre auch "der Gestaltungsprimat des nationalen Gesetzgebers für seine Sozialschutzsysteme und soziale Dienstleistungen von allgemeinem Interesse". "Soziale Dienstleistung von allgemeinem Interesse" sind auch die Leistungen der deutschen Apotheken in der Beratung und Sicherstellung der Arzneimittelversorgung. Warum die gleiche GKV öffentlich die Genehmigung von Apothekenketten fordert und damit - wenn auch indirekt - die Zerschlagung der Struktur des deutschen Apothekensystems, bleibt unerfindlich. Krankenkassenchefs sollten wissen: Wie die GKV ist auch das heutige Apothekensystem in Deutschland unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Arzneimittelversorgung. Die GKV hat Forderungen an die EU-Kommission gestellt. Für "unverzichtbar" hält sie die rechtssichere Ausgestaltung der Kompetenz der Mitgliedstaaten für die Organisation und Finanzierung ihrer Sozial- und Gesundheitssysteme. Dazu gehöre auch "der Gestaltungsprimat des nationalen Gesetzgebers für seine Sozialschutzsysteme und soziale Dienstleistungen von allgemeinem Interesse". "Soziale Dienstleistung von allgemeinem Interesse" sind auch die Leistungen der deutschen Apotheken in der Beratung und Sicherstellung der Arzneimittelversorgung. Warum die gleiche GKV öffentlich die Genehmigung von Apothekenketten fordert und damit - wenn auch indirekt - die Zerschlagung der Struktur des deutschen Apothekensystems, bleibt unerfindlich. Krankenkassenchefs sollten wissen: Wie die GKV ist auch das heutige Apothekensystem in Deutschland unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe Arzneimittelversorgung. [mehr]

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Kommentar: Gut gemeint, aber ...Montag, 01. Juli 2013


Einzelne Krankenkassen dürfen exklusive Lieferverträge mit einzelnen Pharmafirmen schließen. Auch für Grippeimpfstoffe. Doch bei denen besteht die Gefahr totalen Lieferausfalls aufgrund von Produktionsstörungen. Wie im letzten Jahr. Mit fatalen Folgen: Millionen Versicherte der entsprechenden Kasse konnten nicht oder erst spät geimpft werden.Das soll nicht mehr passieren. Deshalb hat der Gesundheitsminister die Krankenkassen angewiesen, Öffnungsklauseln in ihre Exklusivverträge aufzunehmen. Kann der Exklusivpartner nicht liefern, dürfen auch andere Impfstoffe eingesetzt werden. Das Problem: Insgesamt sind nicht mehr Impfstoffe da als vorher. Wer produziert schon für die Konkurrenz?Ergebnis: Es werden dann eben die Mitglieder anderer Kassen nicht geimpft. Zu wenig bleibt zu wenig.[mehr]

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Kommentar: Ausgeben oder abgeben?Samstag, 01. Juni 2013


Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat es kommen sehen. Die Gesundheitskassen sind übervoll. 30 Milliarden Euro warten auf Verwendung. Aber nichts passiert. Das freut Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Er benötigt dringend Geld. Und er greift zu. 4,5 Milliarden zu Lasten der Krankenversicherung steckt er in den Bundeshaushalt der nächsten zwei Jahre.Jetzt lamentiert die GKV. Das sei das Geld der Versicherten. Wie wahr. Doch wer nicht sagt, wie und wofür man es ausgeben will, darf sich nicht wundern, wenn andere Verwendung dafür haben.[mehr]

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Kommentar: Das Geld ist wegMittwoch, 01. Mai 2013


1,6 Milliarden Euro haben die Kassen im Jahre 2011 auf Grund von Rabattverträgen verdient. Mit großem Aufwand. 2012 dürften es eher mehr sein. Sagen wir, in zwei Jahren haben die Kassen 3,5 Milliarden Euro aus Rabattverträgen eingenommen. Diese Milliarden haben die Reserven in den Gesundheitskassen erhöht. Exakt 3,5 Milliarden nimmt Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) den Kassen zwecks Sanierung des nächsten Haushalts ab. Alle Arbeit umsonst. [mehr]

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