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24.8.2019

Kommentar: Unworte des JahresMontag, 01. Februar 2016


Jedes Jahr wählt eine unabhängige Jury aus vier Professoren der Sprachwissenschaft und einem Journalisten das „Unwort des Jahres“. 2013 war es der „Sozialtourismus“, 2014 die „Lügenpresse“. Für 2015 hat sich die Jury für „Gutmensch“ entschieden. „Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“, heißt es in der Begründung für die Wahl zum „Unwort des Jahres“. Damit drehen sich seit drei Jahren schon die Unworte um die Flüchtlingsproblematik. Man darf gespannt sein auf das Unwort des Jahres 2016. 2010 hieß das Unwort des Jahres übrigens „alternativlos“.[mehr]

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Kommentar: Ein neues Europa?Freitag, 01. Januar 2016


Was die Griechenland-Krise nicht geschafft hat, hat die Flüchtlingswelle bewirkt. Die Millionen, die gekommen sind, und die Millionen, die noch kommen werden, spalten Europa. Länder wie Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und die baltischen Staaten werden kaum Flüchtlinge aufnehmen. Das liberale Schweden begrenzt den Zustrom. Dänemarks Bevöl­kerung entschied sich in einer Volksabstimmung gegen „mehr Europa“. In Frankreich wurde bei der ersten Runde der Kommunalwahlen der rechtsextreme „Front National“  stärkste Partei. Die Schweiz schickt Flüchtlinge konsequent in die Länder der EU zurück. Die Mehrheit der Briten ist für einen Austritt aus der EU. Es wächst nur zusammen, was zusammengehört.[mehr]

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Kommentar: Der MacherDienstag, 01. Dezember 2015


Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist tot. Er starb im Alter von 96 Jahren, bis zuletzt hellwach und an allem interessiert, insbesondere an der Politik. Gast zahlloser Talkshows, sich um Rauchverbote nicht kümmernd, kurz und präzise antwortend. Wenn er bewusst schwieg, wusste man dennoch, was er meinte. Eine Persönlichkeit, vom Volk geachtet. Was machte seine Faszination aus? In erster Linie seine harte, hanseatische Gradlinigkeit. Er formulierte die These vom Staat, der sich nicht erpressen lassen dürfe. In seine Amtszeit als Bundeskanzler fielen die Befreiung der Geiseln von Mogadischu und der erfolgreiche Kampf gegen die RAF. Und die Flutkatastrophe von Hamburg 1962. Da war er jung und Senator. Er setzte die Bundeswehr ein, ohne Mandat, ein Verfassungsbruch. Aber er handelte.[mehr]

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Kommentar: Ein Übel zieht das andere nach sichSonntag, 01. November 2015


Im Jahre 2004 wurde der Arzneimittelversand in Deutschland erlaubt. Die Arzneimittel­abgabe war bis dahin sicher, jetzt wurde sie unsicher. Seitdem arbeiten zahllose Experten an Sicherheitskonzepten für den Medikamentenbezug über Versandapotheken. Inzwischen europaweit. Heraus kamen Warnungen, Empfehlungen, Richtlinien, Websites, Versandhandelsregister, Sicherheitslogos. Doch Arzneimittelfälscher und illegale Versandapotheken scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. Das alles wäre nicht nötig gewesen. Welch eine grandiose Verschwendung von Zeit und Geld![mehr]

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Kommentar: Zeit zu handelnDonnerstag, 01. Oktober 2015


Neue Arzneimittel können sehr teuer sein. Mit 41.000 Euro kostet ein neues Mittel gegen Hepatitis C soviel wie ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen. Dafür sorgt es aber auch in den meisten Fällen für eine komplette Heilung. Der Preis sei angemessen, sagen Experten. Die Kassen sehen das anders. Doch solche Packungspreise bringen ganz neue Probleme mit sich. Welche Apotheke kann es sich leisten, einen Betrag von 41.000 Euro vorzufinanzieren? Und was ist, wenn man gleich zwei oder drei Hepatitis-C-Patienten im Kundenstamm hat? Und was, wenn das Rezept einen kleinen Formfehler hat, zum Beispiel der ausgeschriebene Vorname des Arztes fehlt? Dann zahlt die Kasse nicht. Auch dafür muss die Politik eine Lösung finden. Zeit zu handeln.[mehr]

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Kommentar: Mal drüber nachgedachtDienstag, 01. September 2015


Wir nicht. Sagen die Bauern und Schäfer in den französischen Pyrenäen. Sie mögen den Wolf nicht, auf dessen Speiseplan auch gerne Schafe stehen dürfen. Deshalb halten sie sich Herden­schutzhunde. Die sind riesig, stark und angriffslustig. Müssen sie auch sein. Pyrenäen-Wanderer treffen häufiger auf Herdenschutzhunde. Und die gebärden sich nicht gerade zahm. Die französischen Behörden geben deshalb Comics mit Verhaltensmaßregeln heraus: „Abstand halten, nicht schreien, nicht rennen, nicht streicheln, auf keinen Fall zwischen den Hund und seine Schafe geraten, das Imponiergehabe ignorieren und langsam weitergehen“ (nachzulesen unter www.helenboemelburg.de/?p=54). Neben Schutzzäunen sollen Herdenschutzhunde ja auch die Lösung für die deutschen Schäfer sein. Wanderer, aufgepasst![mehr]

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Kommentar: Wer hat Angst vorm bösen WolfSamstag, 01. August 2015


Wir nicht. Sagen die Bauern und Schäfer in den französischen Pyrenäen. Sie mögen den Wolf nicht, auf dessen Speiseplan auch gerne Schafe stehen dürfen. Deshalb halten sie sich Herdenschutzhunde. Die sind riesig, stark und angriffslustig. Müssen sie auch sein. Pyrenäen-Wanderer treffen häufiger auf Herdenschutzhunde. Und die gebärden sich nicht gerade zahm. Die französischen Behörden geben deshalb Comics mit Verhaltensmaßregeln heraus: "Abstand halten, nicht schreien, nicht rennen, nicht streicheln, auf keinen Fall zwischen den Hund und seine Schafe geraten, das Imponiergehabe ignorieren und langsam weitergehen" (nachzulesen unter www.helenboemelburg.de/?p=54). Neben Schutzzäunen sollen Herdenschutzhunde ja auch die Lösung für die deutschen Schäfer sein. Wanderer, aufgepasst![mehr]

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