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18.10.2019

Kommentar: PerspektivenwechselDienstag, 01. November 2016


Unser Gesundheitssystem funktioniert gut, wenn man jung und gesund ist. So wie viele Akteure in der Gesundheitspolitik. Was akute oder chronische Erkrankung bedeutet, können sie nur bedingt einschätzen. Ist man jung und gesund, lassen sich kleinere Zipperlein auch mal mit Bettruhe und Selbst­medikation in den Griff kriegen. Bei Verletzungen hilft die Notaufnahme Tag und Nacht und wenn’s mal der Facharzt sein muss, nimmt man eben hin, dass ein Termin nicht innerhalb weniger Tage zu kriegen ist. Wer hingegen älter und dazu schwer akut oder chronisch er­krankt ist, weiß genau, wie sich die Fehlentscheidungen der Gesundheitspolitik auswirken. Leistungen werden gekürzt, dringende Facharzttermine sind kaum zu bekommen und die Arzneimitteltherapie wird mit ständig wechselnden Tabletten wegen der Rabattverträge immer unübersichtlicher. Folgen, die unsere heutigen Gesundheitspolitiker im Alter selber erleben werden. Oder auch nicht, denn die meisten werden durch teure private Kranken- oder Zusatzversicherungen vorgesorgt haben.[mehr]

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Kommentar: Die Hälfte der Krankenkassen ist überflüssigSamstag, 01. Oktober 2016


Die Hälfte aller Arztbesuche ist überflüssig. Die Hausärzte sind schuld. Behauptet Ingo Kailuweit, Chef der KKH Kaufmännische Krankenkasse in der Bild-Zeitung. Ohne die Fakten zu prüfen. Und liegt damit haushoch neben der Wahrheit. Es gibt einhundertachtzehn gesetzliche Krankenkassen in Deutschland. Mit Netto­verwaltungskosten von 10,6 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist viel Geld. Geld der Versicherten. Müssen das so viele Kassen sein? Nein. Die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen ist überflüssig. Könnte man behaupten. Ob man damit haushoch neben der Wahrheit liegt?[mehr]

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Kommentar: KlimawandelDonnerstag, 01. September 2016


Alle reden vom Klimawandel. Den gibt es nicht nur beim Wetter.  Auch auf dem Arznei­mittelsektor hat sich das Klima gewandelt. Für Deutschland nicht zum Besseren. Hat ein Hersteller ein neues Medikament entwickelt, hat er auf dieses Produkt ein Monopol. Das dürfte auch dem strengsten Arzneimittelkritiker klar sein. Als Monopolist kann der Hersteller den Preis fordern, den er braucht, um Entwicklungskosten wieder reinzuholen. Und einen angemessenen Gewinn. Darüber, welcher Preis für das neue Produkt angemessen ist, streiten sich hierzulande immer öfter Hersteller und Krankenkassen. Und über die Frage, wie groß denn der therapeutische Nutzen des neuen Medikaments ist. Keine Seite will oder kann nachgeben. Die Pharmahersteller reagieren kühl. Sie führen das Mittel dann eben in anderen europäischen Staaten ein. Die zahlen inzwischen höhere Preise. Deutschland wird bei der weiteren pharmakologischen Entwicklung abgehängt. Ein innovatives Klima sieht anders aus[mehr]

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Kommentar: Gesundheit contra Datenschutz?Montag, 01. August 2016


Eine lückenlos geführte elektronische Gesundheitsakte ist ohne Zweifel ein Fortschritt. Erkrankt der Versicherte oder erleidet er einen Unfall, sind seine Risiken aus Vorerkran­kungen, Unverträglichkeiten oder der Arzneimitteleinnahme auf der elektronischen Gesundheitskarte für den Arzt sichtbar. Die Behandlung wird sicherer. Andererseits gibt es keine sensibleren Informationen über einen Versicherten als seine Gesundheitsdaten. Arbeitgeber, Unternehmen, Versicherungen – sie alle könnten hoch interessiert an diesen Daten sein. Das E-Health-Gesetz scheint diese Gefahr zu berücksichtigen. Die Daten auf der Karte werden zweifach verschlüsselt. Einen Schlüssel, eine PIN, hat der Versicherte, den anderen haben nur „berechtigte Leistungserbringer“. Missbrauch ist strafbar. Der Versicherte kann ab 2019 aber auch ein elektronisches „Patientenfach“ beantragen. Darin kann er auch seine Gesundheitsdaten speichern lassen. Und über die kann er dann alleine verfügen. Wie steht es dann um die Datensicherheit?[mehr]

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Kommentar: Die RetterFreitag, 01. Juli 2016


Die Schweiz ist stolz auf ihren Gotthard-Basis-Tunnel. Zu Recht. Ein Riesenprojekt, sauber geplant, vernünftig budgetiert, präzise ausgeführt, technisch brillant. Dass die Präzision denn doch auch zu einem großen Teil auf deutscher Wertarbeit beruht, soll nicht verschwiegen werden. Gebohrt haben vier riesige, bis zu 400 Meter lange Bohrunge­tüme. Geliefert hat sie der Tunnelbohrmaschinenbauer Herrenknecht AG. Das badische Unternehmen mit 5 000 Beschäftigten liefert Tunnelbohrer in die ganze Welt. Es sind diese mittelständischen „hidden champions“, die heimlichen Weltmarktführer, die mit Innovationskraft, Gespür und Fleiß und mit hervorragenden Mitarbeitern das angekratzte Image der deutschen Industrie in der Welt immer wieder aufpolieren.[mehr]

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Kommentar: Sozial ist andersMittwoch, 01. Juni 2016


Die SPD sucht ihr soziales Profil. Irgendwann ist es ihr abhanden gekommen. Die Zu­stim­mung zu dieser Partei und ihrer Politik ist unter 20 Prozent gesunken. Ein Desaster. Die SPD macht heute Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Agenda 2010 für den Niedergang verantwortlich. Doch vielleicht sind es ja auch die acht Jahre von Ulla Schmidt (SPD) als Gesund­heits­minis­terin unter Schröder und Merkel. Durch ihre Reformen veränderten sich die gesetzlichen Kassen dramatisch. Früher ausschließlich Dienstleister für Mitglieder und Patienten, haben sie heute vor allen Dingen Ausschreibungen, Preisverhandlungen, Einkaufsvorteile und Marktmacht im Blick. Die 16 Millionen chronisch kranken Patienten spüren den Richtungswechsel am deutlichsten. Arzneimittelwechsel aufgrund von Rabattverträgen, Lieferengpässen, Versorgungsproblemen, Qualitätslücken, Zuzahlungen. Sozial ist anders.[mehr]

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Kommentar: Sprache der VernunftSonntag, 01. Mai 2016


„Ich muss im Pflegeheim die Bewohner dreimal nachts wecken, um Inkomaterial zu wechseln, da das billigste und kleinstmögliche gewählt wird. Unlogisch, denn dreimal das billigere, kleinstmögliche Inkowechseln ist genauso teuer/billig wie einmal eine große, saugfähige, hochwertige Einlage anzulegen. Das Argument, dass die Bewohner auch mal längere Zeit durchschlafen sollten, zählt nicht. Auch der Wäscheverbrauch bei zu billigem, unpassendem Material wird der Pflegekraft angekreidet. In was für einer Welt leben wir, wenn Pflegekräfte abgezählte Vorlagen bekommen und nicht mehr verbrauchen dürfen als vorgegeben?“ (Klage einer Pflegekraft im Blog zur Petition des Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, mit dem Titel: „Bedarfsgerechte Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln ohne Aufzahlung sicherstellen“)[mehr]

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