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23.4.2019

Kommentar: Sprache der VernunftSonntag, 01. Mai 2016


„Ich muss im Pflegeheim die Bewohner dreimal nachts wecken, um Inkomaterial zu wechseln, da das billigste und kleinstmögliche gewählt wird. Unlogisch, denn dreimal das billigere, kleinstmögliche Inkowechseln ist genauso teuer/billig wie einmal eine große, saugfähige, hochwertige Einlage anzulegen. Das Argument, dass die Bewohner auch mal längere Zeit durchschlafen sollten, zählt nicht. Auch der Wäscheverbrauch bei zu billigem, unpassendem Material wird der Pflegekraft angekreidet. In was für einer Welt leben wir, wenn Pflegekräfte abgezählte Vorlagen bekommen und nicht mehr verbrauchen dürfen als vorgegeben?“ (Klage einer Pflegekraft im Blog zur Petition des Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, mit dem Titel: „Bedarfsgerechte Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln ohne Aufzahlung sicherstellen“)[mehr]

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Kommentar: Geburtstag ohne Kuchen?Freitag, 01. April 2016


„Backen ist Kunst“. Die Bäckerinnungen halten das Motto hoch. Mit Recht. Zu einem richtigen Geburtstag gehört nun einmal traditionell ein leckerer Kuchen. Gekauft oder selbst gebacken. Man hat schließlich nur einmal im Jahr Geburtstag. Nur einmal im Jahr? Das geht in Ordnung. Aber in Kitas und Schulen hat jede Woche jemand Geburtstag. Manchmal auch zwei an einem Tag. Das sind dann eine ganze Menge Kuchen. Für alle Kinder. Und das ist dann nicht mehr in Ordnung. Stattdessen sind Ideen gefragt, wie Kinder in Kitas und Schulen ohne Kuchen einen tollen Geburtstag feiern können. Den Verantwortlichen wird da schon eine Menge einfallen. Und das Netz ist voll von Vorschlägen. Es müssen ja nicht gleich alle Geburtstage gemeinsam an einem Tag, dem 8. Januar, gefeiert werden. So geschehen in der OGS Martinschule in Gelsenkirchen. Allerdings – innovativ ist die Idee schon.[mehr]

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Kommentar: Die Zeche zahlt der VerbraucherDienstag, 01. März 2016


Im Jahre 1999 gab es in Deutschland 21 590 Apotheken. Und 21 590 selbständige Apothekerinnen oder Apotheker, die sie leiteten. Anfang 2015 gab es noch 20 441 Apotheken. Und nur noch 16 269 selbständige Apothekerinnen oder Apotheker. Sie leiteten 16 269 Vollapotheken und 4 172 Filial­apotheken. Filialapotheken rentieren sich oft nicht, weil die Kosten zu hoch und die Erträge zu niedrig sind. Mit weiteren Schließungen ist zu rechnen. Das verlängert die Wege zur nächsten Apotheke. Die Zeche zahlt der Verbraucher. Aber das wäre nicht das erste Mal.[mehr]

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Kommentar: Unworte des JahresMontag, 01. Februar 2016


Jedes Jahr wählt eine unabhängige Jury aus vier Professoren der Sprachwissenschaft und einem Journalisten das „Unwort des Jahres“. 2013 war es der „Sozialtourismus“, 2014 die „Lügenpresse“. Für 2015 hat sich die Jury für „Gutmensch“ entschieden. „Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“, heißt es in der Begründung für die Wahl zum „Unwort des Jahres“. Damit drehen sich seit drei Jahren schon die Unworte um die Flüchtlingsproblematik. Man darf gespannt sein auf das Unwort des Jahres 2016. 2010 hieß das Unwort des Jahres übrigens „alternativlos“.[mehr]

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Kommentar: Ein neues Europa?Freitag, 01. Januar 2016


Was die Griechenland-Krise nicht geschafft hat, hat die Flüchtlingswelle bewirkt. Die Millionen, die gekommen sind, und die Millionen, die noch kommen werden, spalten Europa. Länder wie Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und die baltischen Staaten werden kaum Flüchtlinge aufnehmen. Das liberale Schweden begrenzt den Zustrom. Dänemarks Bevöl­kerung entschied sich in einer Volksabstimmung gegen „mehr Europa“. In Frankreich wurde bei der ersten Runde der Kommunalwahlen der rechtsextreme „Front National“  stärkste Partei. Die Schweiz schickt Flüchtlinge konsequent in die Länder der EU zurück. Die Mehrheit der Briten ist für einen Austritt aus der EU. Es wächst nur zusammen, was zusammengehört.[mehr]

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Kommentar: Der MacherDienstag, 01. Dezember 2015


Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist tot. Er starb im Alter von 96 Jahren, bis zuletzt hellwach und an allem interessiert, insbesondere an der Politik. Gast zahlloser Talkshows, sich um Rauchverbote nicht kümmernd, kurz und präzise antwortend. Wenn er bewusst schwieg, wusste man dennoch, was er meinte. Eine Persönlichkeit, vom Volk geachtet. Was machte seine Faszination aus? In erster Linie seine harte, hanseatische Gradlinigkeit. Er formulierte die These vom Staat, der sich nicht erpressen lassen dürfe. In seine Amtszeit als Bundeskanzler fielen die Befreiung der Geiseln von Mogadischu und der erfolgreiche Kampf gegen die RAF. Und die Flutkatastrophe von Hamburg 1962. Da war er jung und Senator. Er setzte die Bundeswehr ein, ohne Mandat, ein Verfassungsbruch. Aber er handelte.[mehr]

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Kommentar: Ein Übel zieht das andere nach sichSonntag, 01. November 2015


Im Jahre 2004 wurde der Arzneimittelversand in Deutschland erlaubt. Die Arzneimittel­abgabe war bis dahin sicher, jetzt wurde sie unsicher. Seitdem arbeiten zahllose Experten an Sicherheitskonzepten für den Medikamentenbezug über Versandapotheken. Inzwischen europaweit. Heraus kamen Warnungen, Empfehlungen, Richtlinien, Websites, Versandhandelsregister, Sicherheitslogos. Doch Arzneimittelfälscher und illegale Versandapotheken scheinen immer einen Schritt voraus zu sein. Das alles wäre nicht nötig gewesen. Welch eine grandiose Verschwendung von Zeit und Geld![mehr]

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