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11.12.2018

Kommentar: Gesundheit contra Datenschutz?Montag, 01. August 2016


Eine lückenlos geführte elektronische Gesundheitsakte ist ohne Zweifel ein Fortschritt. Erkrankt der Versicherte oder erleidet er einen Unfall, sind seine Risiken aus Vorerkran­kungen, Unverträglichkeiten oder der Arzneimitteleinnahme auf der elektronischen Gesundheitskarte für den Arzt sichtbar. Die Behandlung wird sicherer. Andererseits gibt es keine sensibleren Informationen über einen Versicherten als seine Gesundheitsdaten. Arbeitgeber, Unternehmen, Versicherungen – sie alle könnten hoch interessiert an diesen Daten sein. Das E-Health-Gesetz scheint diese Gefahr zu berücksichtigen. Die Daten auf der Karte werden zweifach verschlüsselt. Einen Schlüssel, eine PIN, hat der Versicherte, den anderen haben nur „berechtigte Leistungserbringer“. Missbrauch ist strafbar. Der Versicherte kann ab 2019 aber auch ein elektronisches „Patientenfach“ beantragen. Darin kann er auch seine Gesundheitsdaten speichern lassen. Und über die kann er dann alleine verfügen. Wie steht es dann um die Datensicherheit?[mehr]

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Kommentar: Die RetterFreitag, 01. Juli 2016


Die Schweiz ist stolz auf ihren Gotthard-Basis-Tunnel. Zu Recht. Ein Riesenprojekt, sauber geplant, vernünftig budgetiert, präzise ausgeführt, technisch brillant. Dass die Präzision denn doch auch zu einem großen Teil auf deutscher Wertarbeit beruht, soll nicht verschwiegen werden. Gebohrt haben vier riesige, bis zu 400 Meter lange Bohrunge­tüme. Geliefert hat sie der Tunnelbohrmaschinenbauer Herrenknecht AG. Das badische Unternehmen mit 5 000 Beschäftigten liefert Tunnelbohrer in die ganze Welt. Es sind diese mittelständischen „hidden champions“, die heimlichen Weltmarktführer, die mit Innovationskraft, Gespür und Fleiß und mit hervorragenden Mitarbeitern das angekratzte Image der deutschen Industrie in der Welt immer wieder aufpolieren.[mehr]

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Kommentar: Sozial ist andersMittwoch, 01. Juni 2016


Die SPD sucht ihr soziales Profil. Irgendwann ist es ihr abhanden gekommen. Die Zu­stim­mung zu dieser Partei und ihrer Politik ist unter 20 Prozent gesunken. Ein Desaster. Die SPD macht heute Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Agenda 2010 für den Niedergang verantwortlich. Doch vielleicht sind es ja auch die acht Jahre von Ulla Schmidt (SPD) als Gesund­heits­minis­terin unter Schröder und Merkel. Durch ihre Reformen veränderten sich die gesetzlichen Kassen dramatisch. Früher ausschließlich Dienstleister für Mitglieder und Patienten, haben sie heute vor allen Dingen Ausschreibungen, Preisverhandlungen, Einkaufsvorteile und Marktmacht im Blick. Die 16 Millionen chronisch kranken Patienten spüren den Richtungswechsel am deutlichsten. Arzneimittelwechsel aufgrund von Rabattverträgen, Lieferengpässen, Versorgungsproblemen, Qualitätslücken, Zuzahlungen. Sozial ist anders.[mehr]

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Kommentar: Sprache der VernunftSonntag, 01. Mai 2016


„Ich muss im Pflegeheim die Bewohner dreimal nachts wecken, um Inkomaterial zu wechseln, da das billigste und kleinstmögliche gewählt wird. Unlogisch, denn dreimal das billigere, kleinstmögliche Inkowechseln ist genauso teuer/billig wie einmal eine große, saugfähige, hochwertige Einlage anzulegen. Das Argument, dass die Bewohner auch mal längere Zeit durchschlafen sollten, zählt nicht. Auch der Wäscheverbrauch bei zu billigem, unpassendem Material wird der Pflegekraft angekreidet. In was für einer Welt leben wir, wenn Pflegekräfte abgezählte Vorlagen bekommen und nicht mehr verbrauchen dürfen als vorgegeben?“ (Klage einer Pflegekraft im Blog zur Petition des Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, mit dem Titel: „Bedarfsgerechte Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln ohne Aufzahlung sicherstellen“)[mehr]

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Kommentar: Geburtstag ohne Kuchen?Freitag, 01. April 2016


„Backen ist Kunst“. Die Bäckerinnungen halten das Motto hoch. Mit Recht. Zu einem richtigen Geburtstag gehört nun einmal traditionell ein leckerer Kuchen. Gekauft oder selbst gebacken. Man hat schließlich nur einmal im Jahr Geburtstag. Nur einmal im Jahr? Das geht in Ordnung. Aber in Kitas und Schulen hat jede Woche jemand Geburtstag. Manchmal auch zwei an einem Tag. Das sind dann eine ganze Menge Kuchen. Für alle Kinder. Und das ist dann nicht mehr in Ordnung. Stattdessen sind Ideen gefragt, wie Kinder in Kitas und Schulen ohne Kuchen einen tollen Geburtstag feiern können. Den Verantwortlichen wird da schon eine Menge einfallen. Und das Netz ist voll von Vorschlägen. Es müssen ja nicht gleich alle Geburtstage gemeinsam an einem Tag, dem 8. Januar, gefeiert werden. So geschehen in der OGS Martinschule in Gelsenkirchen. Allerdings – innovativ ist die Idee schon.[mehr]

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Kommentar: Die Zeche zahlt der VerbraucherDienstag, 01. März 2016


Im Jahre 1999 gab es in Deutschland 21 590 Apotheken. Und 21 590 selbständige Apothekerinnen oder Apotheker, die sie leiteten. Anfang 2015 gab es noch 20 441 Apotheken. Und nur noch 16 269 selbständige Apothekerinnen oder Apotheker. Sie leiteten 16 269 Vollapotheken und 4 172 Filial­apotheken. Filialapotheken rentieren sich oft nicht, weil die Kosten zu hoch und die Erträge zu niedrig sind. Mit weiteren Schließungen ist zu rechnen. Das verlängert die Wege zur nächsten Apotheke. Die Zeche zahlt der Verbraucher. Aber das wäre nicht das erste Mal.[mehr]

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Kommentar: Unworte des JahresMontag, 01. Februar 2016


Jedes Jahr wählt eine unabhängige Jury aus vier Professoren der Sprachwissenschaft und einem Journalisten das „Unwort des Jahres“. 2013 war es der „Sozialtourismus“, 2014 die „Lügenpresse“. Für 2015 hat sich die Jury für „Gutmensch“ entschieden. „Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert“, heißt es in der Begründung für die Wahl zum „Unwort des Jahres“. Damit drehen sich seit drei Jahren schon die Unworte um die Flüchtlingsproblematik. Man darf gespannt sein auf das Unwort des Jahres 2016. 2010 hieß das Unwort des Jahres übrigens „alternativlos“.[mehr]

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