Sie sind hier: Die Kommentare
18.10.2019

Kommentar: Was falsch ist, bleibt falschFreitag, 01. März 2019


"Um die Apotheken vor Ort zu stärken, setzen wir uns für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ein." So steht es wörtlich im Koalitionsvertrag. CDU und SPD waren sich damals einig über die Notwendigkeit, ein weiteres Absinken der Apothekenzahl zu verhindern. Und damit die Akutversorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und persönlicher Beratung dauerhaft zu sichern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will kein Verbot. Aus fadenscheinigen Gründen. Lieber bricht er den Koalitionsvertrag. Darf er das? Sein "Nein" schwächt die Apotheken vor Ort. Und gefährdet die sichere Zukunft der flächendeckenden Akutversorgung von Millionen Patienten. Was falsch ist, bleibt falsch. Eines Tages wird uns das Thema wieder einholen. Vielleicht unter einem anderen Gesundheitsminister. Der muss dann handeln. Wenn es nicht zu spät ist.[mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Grün oder nicht grün – das ist hier die FrageFreitag, 01. Februar 2019


Die Grünen stehen zurzeit gut da. Aber sie müssen aufpassen. Das gilt nicht nur für Botschaften über Twitter. In einer hatte vor kurzem der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck versprochen, Thüringen zu einem demokratischen Land zu machen. Die Thüringer waren der Meinung, sie seien schon demokratisch. Was ja stimmt. Über Habeck brach ein Shitstorm herein. In der Frage des Versandhandels von rezeptpflichtigen Arzneimitteln sind die Grünen hundertprozentig gegen ein Verbot. Die Millionen Päckchen, die durch die Republik gekarrt werden, stören sie offensichtlich nicht. Verpackungsmüll? Verkehrsbelastung? CO2? Stickoxide? Feinstaubbelastung? Alles nicht so schlimm? Die Grünen müssen aufpassen. Irgendwann wird der Wähler sie fragen, ob sie es mit dem Umweltschutz wirklich ernst meinen.[mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Nach dem Spiel ist vor dem SpielDienstag, 01. Januar 2019


Das Spiel ist vorbei. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte sich auf dem Bundesparteitag der CDU auch um den Parteivorsitz beworben. Doch er schied als Drittbester im ersten Wahlgang aus. Mit immerhin 157 Stimmen. Das ist ein respektables Ergebnis. Spahn wird es verschmerzen. Mit 38 Jahren hat er noch viel Zeit. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Sagte einst der legendäre Fußballbundestrainer Sepp Herberger. Also zunächst einmal Rückkehr in den Alltag als Gesundheitsminister. Und die Dinge abarbeiten, die auf der Agenda des Koalitionsvertrages noch offen sind. Wie zum Beispiel das Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Für die Apotheken ist das Spiel nicht vorbei. Sie kämpfen weiter. Für die Apotheke vor Ort. Für die sichere Akutversorgung. Für die Patienten.[mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Volksparteien ohne VolkSamstag, 01. Dezember 2018


CDU, CSU und SPD halten sich für Volksparteien. Eine Volkspartei steht in der Mitte des Parteienspektrums, hat viele Anhänger und kann von den verschiedensten Interessengruppen gewählt werden. Das Volk will Vor-Ort-Apotheken. Das hat eine repräsentative Umfrage der GfK – Gesellschaft für Konsumforschung ergeben. Mehr als 98 Prozent der Bürger wünschen sich demnach im Krankheitsfall eine Apotheke in erreichbarer Nähe. Trotzdem nimmt die Zahl der Apotheken seit Jahren ab, nicht zuletzt wegen des internationalen Versandhandels. Für ihre Bürger müssten Volksparteien den Arzneimittelversand eigentlich verbieten. Sie tun es nicht. Wenn Volksparteien keine Politik mehr für das Volk machen, laufen ihnen die Wähler davon. Zukünftig auch deshalb, weil Apotheken für die Politik keine Rolle mehr spielen?[mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Auf zu großem Fuß?Donnerstag, 01. November 2018


Jeder Mensch auf der Welt hat einen ökologischen Fußabdruck. Sagt die Umweltschutzorganisation „World Wildlife Fund“ (WWF). Sie meint damit, wie viel von den begrenzten Ressourcen der Erde man persönlich verbraucht – bei der Nahrung, beim Wohnen, beim Verkehr, beim Konsum. Und für welche Menge des dabei entstehenden schädlichen Klimagases CO2 man die Verantwortung trägt. Seinen persönlichen CO2-Fußabdruck kann man ganz leicht herausfinden. Der WWF und andere Umweltorganisationen haben dafür einen „Fußabdruckrechner“ ins Netz gestellt (www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner). Ein paar Minuten Zeit opfern, einige Fragen zur Lebensführung wahrheitsgemäß beantworten, dann kommt der Schock. Oder wären Sie nicht schockiert, wenn die Auswertung Ihnen sagt, dass Sie auf zu großem Fuß leben? Dass bei Ihren Lebens- und Verbrauchsgewohnheiten, auf alle Menschen übertragen, die Ressourcen von vier oder fünf Planeten nötig wären? Wir haben nur diese eine Erde. [mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Auf einem Auge blindMontag, 01. Oktober 2018


Gewaltbereite Fußballhooligans stürzen sich auf Ordnungskräfte. Grüne Baumbesetzer im Hambacher RWE-Forst prügeln sich mit der Polizei. Neugierige auf der Autobahn behindern und beschimpfen Rettungskräfte. Schaulustige beim Häuserbrand pöbeln gegen Feuerwehrleute. Angehörige verbrecherischer Clans bedrohen Polizisten auf der Wache. Die ganze Republik empört sich über diese Missachtung von Recht und Gesetz. Ganz vorn die Politik. Arzneimittelversandapotheken verstoßen permanent gegen Recht und Gesetz. Wenn auch nicht so spektakulär. Niemand empört sich. Schon gar nicht die Politik. Auf einem Auge blind?[mehr]

Kategorie: Kommentar

Kommentar: Außer KontrolleSamstag, 01. September 2018


Im Valsartan-Skandal war die Betroffenheit so groß, dass selbst das Bundesgesundheitsministerium wochenlang schwieg. Was sollte man auch tun? Nach China reisen? Fest steht, dass alle Kontrollen versagt haben. Hersteller, Pharmakonzerne, Behörden, Institutionen – sie alle sind mitschuldig an dem Desaster. Mitschuldig ist auch die Gesundheitspolitik der letzten zwanzig Jahre. Vor lauter Liberalisierung von Märkten zum Zwecke der Kostensenkung im Gesundheitswesen hat man die Qualität, die Versorgungssicherheit und damit letztlich den Patienten aus den Augen verloren. Jetzt sollen es stärkere Kontrollen richten. Doch internationale Märkte lassen sich nicht kontrollieren. Notwendig wäre ein Paradigmenwechsel in der nationalen Gesundheitspolitik. Mehr Versorgungssicherheit, mehr Qualität, mehr Kosten. [mehr]

Kategorie: Kommentar