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20.11.2019

Kommentar: Zurück zu den WurzelnFreitag, 01. November 2019


Krankenkassen sind für die Patienten da. Die sollen sicher sein, dass sie im Krankheitsfall die bestmögliche Behandlung erhalten. Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Und sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. So steht es im Gesetz. Manchmal entstehen durch falsche Gesetze Verwerfungen. Wie durch das System der Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Herstellern. Die haben zu Billigstpreisen für Arzneimittel geführt. Und zu Verlagerungen von Produktionsstätten nach Fernost. Und damit zu einer gefährlichen Abhängigkeit von wenigen weit entfernten Produzenten. Lieferengpässe, auch für lebenswichtige Arzneimittel, sind die Folge. Erforderlich ist sofortiges Handeln. Aber die Kassen wehren sich gegen Maßnahmen, das System der Rabattverträge zu lockern. Sie sprechen sich auch gegen den Versuch aus, die Produktion von wichtigen Wirkstoffen nach Europa zurückzuholen. Sie verteidigen ihre Finanzreserven von 30 Milliarden Euro. Erfüllen sie damit ihren Versorgungsauftrag für die Patienten? Zurück zu den Wurzeln![mehr]

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Kommentar: Zeit, die Sache in Ordnung zu bringenDienstag, 01. Oktober 2019


Das bestens über die Politik der Europäischen Union informierte „Centrum für Europäische Politik“ (cep) in Freiburg hat das „Apothekenstärkungsgesetz“ von Bundesgesundheits­minister Jens Spahn europarechtlich geprüft. Die EU-Kommission werde es nicht akzeptieren, urteilten die Wissenschaftler. Es verstoße weiterhin gegen die Warenverkehrsfreiheit. Spahn ist nun gewarnt. In Brüssel scheitern ist nicht imagefördernd. Dann doch lieber Plan B. Das wäre ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Denn die Gleichpreisigkeit der Medikamente in Deutschland muss unbedingt erhalten bleiben. Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates hat das schlüssig in seiner Prüfung des Gesetzesvorhabens dargelegt. Einen Plan C gibt es nicht.[mehr]

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Kommentar: Pest und CholeraSonntag, 01. September 2019


Es war dem Westdeutschen Rundfunk einen ausführlichen Beitrag im Fernsehen wert. Und die Tageszeitung Bild brachte in der Regionalausgabe Köln fast eine ganze Seite. Was so besonders war? Nach mehr als vierhundert Jahren musste die Karls-Apotheke im „Haus zum Wilden Mann“ am historischen Marktplatz der alten Kaiserstadt Aachen für immer schließen.  „Über vierhundert Jahre Kriege, Stadtbrand, Pest, Cholera und zwanzig gefühlte Gesundheitsreformen hat die Karls-Apotheke überstanden. Es tut mir weh, dass ich jetzt aufhören muss“, sagte Apothekerin Gabriele Neumann der Bildzeitung. Aber ein Umsatzrückgang von 20 % aufgrund der Konkurrenz des Arzneimittelversandhandels sei zu viel. „Wieder stirbt ein Stück Tradition“, überschrieb die Bild ihren Bericht. Tradition auch, aber schlimmer – wieder stirbt ein weiteres Stück Versorgungssicherheit.[mehr]

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Kommentar: Die Verwaltung des MangelsDonnerstag, 01. August 2019


Kosten dämpfen, billig einkaufen, den Markt auspressen – die Krankenkassen haben viel gelernt, seit man ihnen erlaubt hat, Ausschreibungen für Arzneimittel zu veranstalten. Eine Fehlentscheidung, wie sich heute zeigt. Denn die gebeutelten Hersteller verlegten ihre Produktion nach Indien und China, weitab von Einfluss und permanenter Qualitätskontrolle. Die Folgen dieser Fehlentscheidung tragen wir alle. In ganz Europa häufen sich die Engpässe und Lieferausfälle selbst lebenswichtiger Arzneimittel. Da musste die Europäische Union aktiv werden. Jetzt hat sie einen Leitfaden erarbeitet, wie sich Arzneimittelhersteller und Behörden zu verhalten haben, wenn Lieferausfälle drohen. Das Grundproblem – der Abzug der Produktion aus Europa – ist nicht mehr lösbar. Gegen globalisierte Märkte hilft leider nur noch die Verwaltung des Mangels.[mehr]

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Kommentar: Die Richter und der MacherMontag, 01. Juli 2019


Der Bundesgerichtshof hat vor kurzem ein bemerkenswertes Urteil gefällt. Danach ist es den deutschen Apotheken vor Ort zukünftig verboten, dem Patienten beim Bezug eines rezept­pflichtigen Arzneimittels auch nur ein winzig kleines Werbegeschenk im Wert von ein paar Cent zu überreichen. Die Begründung der Bundesrichter: Auch wenn es nur um kleine Beträge gehe, Geschenke seien nach dem Gesetz verboten. So soll ein ruinöser Preiswettbewerb unter den Apotheken verhindert und eine flächendeckende und gleichmäßige Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichergestellt werden. Eigentlich wäre das die Aufgabe von Gesundheitsminister Jens Spahn, dem Macher. Aber der Macher macht nichts dergleichen. Im Gegenteil. Seine Weigerung, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu verbieten, gefährdet die flächendeckende Versorgung. Alle 38 Stunden schließt eine Apotheke. Für immer.[mehr]

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Kommentar: Patienten und WölfeSamstag, 01. Juni 2019


Pro Tag müssen in Deutschland knapp vier Millionen Patienten ihre Apotheke aufsuchen. Für die Kranken werden die Wege zur nächsten Apotheke von Monat zu Monat weiter. Denn immer mehr Apotheken müssen schließen. Das ist das Ergebnis einer verfehlten Gesundheitspolitik. Die Verantwortung dafür tragen die untätigen Parteien im Allgemeinen und der Gesundheitsminister im Besonderen. Nun gibt es ja noch die Bundeskanzlerin. Sie bestimmt immer noch   die Richtlinien der Politik. Auch wenn sie dezent im Hintergrund bleibt, seit sie den Parteivorsitz der CDU abgegeben hat. Aber jetzt ist sie  noch einmal aktiv geworden. Es ging um den Abschuss von ein paar „verhaltensauffälligen“ Wölfen. Weil darüber öffentlich und unter den Ministern erbittert gestritten wurde, hat sich das Bundeskanzleramt in die Entscheidungsfindung eingeschaltet. Von einem Einschalten des Kanzleramtes und der Bundeskanzlerin in Sachen Apothekensterben und Versorgungssicherheit ist nichts bekannt.[mehr]

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Kommentar: Wo gehobelt wird...Mittwoch, 01. Mai 2019


Auf YouTube gibt es eine nette Szene aus dem Bundestag. Alexander Krauß, Bundestagsabgeordneter der CDU und im vorigen Jahr noch heftiger Befürworter des Versandhandelsverbots für rezeptpflichtige Arzneimittel – jetzt nicht mehr – hält eine Rede. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hört zu. Aus dem alten Sprichwort „Wo gehobelt wird, da fallen Späne“ schließt Krauß im Umkehrschluss „Wo ein Spahn ist, da wird gehobelt“. Krauß meint das durchaus als Kompliment in Richtung Gesundheitsminister. Und der freut sich. Doch hobeln tun Zimmerleute. Kunstwerke für die Ewigkeit brauchen andere Fertigkeiten.[mehr]

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