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22.11.2017

Kommentar: Koalitionen und KompromisseMittwoch, 01. November 2017


Koalitionsverhandlungen sind eine schwierige Sache. Sind sie erfolgreich, so sagt man, müssen am Ende Kompromisse stehen. Bei Kompromissen bekommen eigentlich beide Seiten das, was sie nicht gewollt haben. Das nennt man „faule“ Kompromisse. Doch Kompromisse können sich auch auf komplette politische Ideen, Projekte und Gesetzesvorhaben beziehen. Nach dem Motto: Stimmst du zu, dass ich dieses ungeschmälert durchsetzen kann, dann stimme ich zu, dass du jenes ohne Abstriche durchsetzen kannst. Für die flächendeckende Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Arzneimitteln wäre es ein Segen, würde das Verbot des Ver- sandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten in den Koalitions- verhandlungen nicht auf dem Altar fauler Kompromisse geopfert.[mehr]

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Kommentar: Was muss denn noch passieren, damit was passiert?Sonntag, 01. Oktober 2017


„Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, bietet sich die Lösung von selbst an.“ Dieser Grundsatz passt auf alle anstehenden Entscheidungen – ob privat, geschäftlich oder politisch.  In der Frage eines Verbots des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln liegen alle Fakten auf dem Tisch. Zwei Entscheidungen sind denkbar. Entweder eine Entscheidung für eine dauerhafte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch wohnortnahe Apotheken. Oder eine Entscheidung für die weitgehende Übernahme des deutschen Arzneimittelmarktes durch ausländische Großkonzerne mit ihren Versandhandelsfirmen. Im Sinne einer optimalen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gibt es nur eine vernünftige Lösung. Allerdings muss man die Lösung auch sehen wollen.[mehr]

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Kommentar: Grüne im DilemmaFreitag, 01. September 2017


Grüne wollen die Welt besser machen. Sie sind gegen Atomkraftwerke, gegen die Braunkohle, gegen die Steinkohle und gegen den vielen Autoverkehr. Sie sind für Windkraftanlagen, für Solarenergie, für Biogas und für Radwege. Jetzt besetzen blinkende Windräder, höher als der Kölner Dom, jeden Horizont und schreddern unsere Vogelwelt, blankgeputzte Solaranlagen auf den Dächern verschandeln das Bild unserer Dörfer, und monotone Maisfelder für die Biogasanlagen besorgen das Artensterben. Das ist nicht Schuld der Grünen. Das wollten sie sicher auch nicht. Aber die Grünen sind auch für den Versandhandel mit Arzneimitteln. Dafür müssen täglich tausende Päckchen mit Arzneimitteln in schnellen Autos umweltbelastend kreuz und quer durch die Republik gekarrt werden. Genau das wollen die Grünen. Apotheken kann man gut zu Fuß erreichen. Oder mit dem Fahrrad. Oder mit dem Bus. Wäre das nicht eigentlich die grüne Position?[mehr]

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Kommentar: Legen Sie Einspruch ein!Dienstag, 01. August 2017


Gesetzliche Krankenkassen wollen keine Verluste machen. Sonst müssen sie Zusatzbeiträge von ihren Versicherten erheben. Wenn sie Zusatzbeiträge erheben, laufen ihnen die Versicherten davon. Also Kosten senken. Eingereichte Rezepte wegen kleiner Form - fehler nicht bezahlt. Auch wenn die Apotheke das Arzneimittel im Wert von tausend Euro an den Patienten abgegeben hat. Krankenhäuser zu Prozessen zwingen, weil erbrachte Leistungen von der Kasse nicht erstattet wurden. Den Versicherten gegenüberberechtigte Ansprüche verweigern. Bei Haushaltshilfen. Beim Krankengeld. Bei Hilfsmitteln. Bei der Prävention. Bei Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen. Wenn Ihnen das passiert, lassen Sie sich nichts gefallen! Patientenorganisationen beraten Sie und helfen Ihnen. Legen Sie Einspruch ein! Das ist Ihr gutes Recht.[mehr]

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Kommentar: „Olé!“Samstag, 01. Juli 2017


Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) frontal angegriffen. Die Digitalisierung in seinem Ressort Gesundheitswesen laufe viel zu langsam, monierte sie in einem Eckpunktepapier. Hermann Gröhe reagierte wie ein Torero, der den Stier elegant an sich vorbeistürmen lässt. Auf einer Podiumsdiskussion der Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ konterte er, er freue sich, dass das Bundeswirtschaftsministerium zwei Jahre nach Einführung des E-Health-Gesetzes die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen erkenne. Außerdem hätte er Frau Zypries gerne mitgebracht. Das Wissen der vielen Fachexperten hier vor Ort hätte auch ihrem Papier gut getan. Olé![mehr]

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Kommentar: WelpenschutzDonnerstag, 01. Juni 2017


Junge Leute sind in der Regel gesund. Sie gehen selten zum Arzt. Sie brauchen selten Medikamente. Und sie machen sich selten Gedanken über ihre gesundheitliche Zukunft. Warum auch? Es läuft ja alles bestens.   Die FDP und ihr Parteivorsitzender Christian Lindner setzen auf  junge Leute als Wähler. Lindner im Achselshirt. Lindner in Rennfah­rermontur vor Rennwagen. Lindner, der den Antrag junger Parteimitglieder unterstützt, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln nicht zu verbieten. Kein „Welpenschutz“ für Apotheken, sagen die. Hört sich mächtig cool an.   Eines Tages sind die jungen Leute älter. Dann müssen sie zum Arzt. Dann müssen sie in die Apotheke. Dann müssen sie weit fahren. Dann fragen sie sich, warum es auf dem Land weder Ärzte noch Apotheken gibt.   Dann ist es zu spät.  [mehr]

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Kommentar: 4 Millionen Wähler – pro Tag!Montag, 01. Mai 2017


Mutig war die SPD, als sie den Gesetzentwurf für ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln torpedierte. Gegen den Koalitionspartner CDU/CSU. Gegen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Gegen die Bundesländer. Gegen zwanzigtausend Apotheken. Und gegen 1,2 Millionen Patienten, die mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der deutschen Apothekenlandschaft votiert hatten. Und wofür das alles? Für eine Handvoll Arzneimittelgroßversender? Jetzt ist dem Gesundheitsexperten der SPD, Professor Karl Lauterbach, eingefallen, dass das Thema unbedingt aus dem Wahlkampf herausgehalten werden müsse. Er befürchtet einen Wahlkampf der Apotheken zugunsten der CDU. Abwegig ist das nicht. Vier Millionen Menschen suchen heute ihre Apotheke auf. Und morgen vier Millionen weitere. Und übermorgen ...Alles Wähler. [mehr]

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