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27.4.2018

Kommentar: Konflikt?Sonntag, 01. April 2018


Als Bundesgesundheitsminister hat Jens Spahn (CDU) die Aufgabe, die im Koalitionsvertrag festgelegten Punkte im Gesundheitswesen gewissenhaft abzuarbeiten. Dazu gehört auch ein Gesetz, das den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln verbietet. Durch Recherchen des Magazins FOCUS wurde 2012 bekannt, dass Spahn im Jahre 2006 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammen mit seinem Büroleiter und dem damaligen Pharmalobbyisten Max Müller gegründet hat. Vier Jahre lang, bis zum August 2010, war Spahn Gesellschafter dieser GbR. Die kontrollierte eine Beratungsagentur. Max Müller hat inzwischen Karriere gemacht. Seit Februar 2013  ist er Vorstand bei DocMorris, Europas größtem Arzneimittelversandhandelskonzern. Der würde von einem Versandhandelsverbot natürlich getroffen. Ein vorhersehbarer Konflikt. Wie wird Spahn sich entscheiden?[mehr]

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Kommentar: KörperverletzungDonnerstag, 01. März 2018


Nur eine rechtzeitige und vollständige Impfung ist eine Garantie dafür, dass Kinder nicht von einer lebensbedrohenden Infektion überfallen werden. Verantwortungsvolle Mütter und Väter wissen das. Und lassen ihre Kinder impfen. Es gibt aber Eltern, die veranstalten „Masernparties“. Auf solchen „Kinderfesten“ sollen an Masern, Mumps oder Röteln erkrankte Kinder mit gesunden Kindern spielen, damit diese infiziert werden. Auf „natürliche“ Weise sollen die Kinder immun werden. Doch solche Infektionen können schwere gesundheitliche Schäden zur Folge haben. Nach geltendem Recht ist eine vorsätzliche Infektion mit einer ansteckenden Krankheit eine schwere Körperverletzung. Doch wie soll sich das Kind gegen gewissenlose Eltern wehren?[mehr]

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Kommentar: Fehlentwicklungen korrigieren!Donnerstag, 01. Februar 2018


Fehlentwicklungen aufgrund falscher politischer Entscheidungen sind so selten nicht. In der Bildungspolitik etwa war es das Abitur nach acht Jahren (G8), das die CSU in Bayern die Mehrheit kostete, in der Finanzpolitik der hemmungslose Ankauf von Anleihen wirtschaftlich schwacher Mitgliedsstaaten durch die Europäische Zentralbank, in der Klimapolitik der irre teure Ausbau von Wind- und Sonnenkraft ohne Stromnetze und in der Gesundheitspolitik die gesetzliche Zulassung des Versandhandels mit Arzneimitteln. Bis Fehlentwicklungen erkannt werden, braucht es seine Zeit. Bis sie korrigiert werden, braucht es noch länger. Aber manchmal gibt es Hoffnung. Die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) ist nicht mehr aufzuhalten. Höchste Zeit auch für die Gesundheitspolitik, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln wieder zu verbieten.[mehr]

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Kommentar: Bürgerversicherung oder Arbeitsplätze?Montag, 01. Januar 2018


Die SPD will unbedingt eine Bürgerversicherung einführen. In die sollen auf Dauer alle Bürger eintreten. Die Private Krankenversicherung würde massiv Mitglieder verlieren. Bis sie am Ende wäre. 68 000 Arbeitsplätze seien in Gefahr – so der Verband der Privaten Krankenversicherungen. 113 gesetzliche Krankenkassen gibt es noch. Mit 130 000 Mitarbeitern. Das macht keinen Sinn, wenn eine Bürgerversicherung kommt. Dann kann es auch eine Kasse machen. Das geht in anderen Ländern auch. Wie viele Mitarbeiter würden dann wohl übrigbleiben? Bürgerversicherung à la SPD oder Arbeitsplätze?[mehr]

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Kommentar: Wohin sich die Waagschale neigtFreitag, 01. Dezember 2017


Abwägen muss man immer. Im Geschäftsleben, im Privatleben, in der Politik. Aktuell in der Gesundheitspolitik. In der einen Schale: Freier Warenverkehr. Arzneimittelversender      im Ausland. Unbegrenztes Kapital von Großinvestoren. Aggressiv, umsatzhungrig, rücksichtslos. Millionen von Päckchen. Lieferung auch in falsche Hände. Im Notfall keine Apotheke in der Nähe. Nur eingeschränkte Beratung per Telefon. Erhöhte Gefahr des Medikamentenmissbrauchs. Aber ein paar Boni für Besteller. In der anderen Schale: Verbot des Versandhandels mit rezept-  pflichtigen Arzneimitteln. Apotheken in erreichbarer Nähe. Medikamente sofort. Arzneimittelsicherheit. Herstellung individueller   Arzneizubereitungen in der Apothekenrezeptur. Arzneimittelberatung. Vorbestellservice. Lieferdienst nach Hause. Kostenlose Pflege des Medikationsplans. Ökologisch sinnvolle Sammelbelieferung. Nacht- und Notdienste. Versorgungssicherheit. Was wiegt schwerer?[mehr]

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Kommentar: Koalitionen und KompromisseMittwoch, 01. November 2017


Koalitionsverhandlungen sind eine schwierige Sache. Sind sie erfolgreich, so sagt man, müssen am Ende Kompromisse stehen. Bei Kompromissen bekommen eigentlich beide Seiten das, was sie nicht gewollt haben. Das nennt man „faule“ Kompromisse. Doch Kompromisse können sich auch auf komplette politische Ideen, Projekte und Gesetzesvorhaben beziehen. Nach dem Motto: Stimmst du zu, dass ich dieses ungeschmälert durchsetzen kann, dann stimme ich zu, dass du jenes ohne Abstriche durchsetzen kannst. Für die flächendeckende Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Arzneimitteln wäre es ein Segen, würde das Verbot des Ver- sandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten in den Koalitions- verhandlungen nicht auf dem Altar fauler Kompromisse geopfert.[mehr]

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Kommentar: Was muss denn noch passieren, damit was passiert?Sonntag, 01. Oktober 2017


„Wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, bietet sich die Lösung von selbst an.“ Dieser Grundsatz passt auf alle anstehenden Entscheidungen – ob privat, geschäftlich oder politisch.  In der Frage eines Verbots des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln liegen alle Fakten auf dem Tisch. Zwei Entscheidungen sind denkbar. Entweder eine Entscheidung für eine dauerhafte flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch wohnortnahe Apotheken. Oder eine Entscheidung für die weitgehende Übernahme des deutschen Arzneimittelmarktes durch ausländische Großkonzerne mit ihren Versandhandelsfirmen. Im Sinne einer optimalen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gibt es nur eine vernünftige Lösung. Allerdings muss man die Lösung auch sehen wollen.[mehr]

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